Druck durch Musks SpaceX?Neue Gerüchte lasten schwer auf Telekom-Aktie

Die Papiere der Telekom geraten massiv unter Druck. Wieder einmal erhalten Spekulationen über einen Zusammenschluss mit der US-Tochter T-Mobile neue Nahrung. Experten bezweifeln indes, dass ein solcher Schritt einen großen Mehrwert hätte. Offenbar könnte der Schritt aber mit Musk zusammenhängen.
Wieder aufgeflammte Spekulationen um eine Fusion mit der US-Tochter T-Mobile setzen der Deutschen Telekom zu. Die Aktien des Bonner Konzerns fielen zwischenzeitlich um fast sieben Prozent und gehörten damit zu den größten Verlierern im Dax. In den vergangenen vier Monaten hat die Aktie damit gut ein Drittel an Wert verloren. Die Papiere von T-Mobile gaben an der Wall Street um gut vier Prozent nach. Auslöser der jüngsten Verkäufe ist ein Bericht des "Handelsblatts", demzufolge Konzernchef Tim Höttges mit Hochdruck die Pläne für eine Verschmelzung ausarbeiten lässt.
Vor einigen Monaten hatten Insider erstmals von den Überlegungen berichtet, Telekom und T-Mobile in einer Holding zu bündeln. Auch damals gaben die Aktien der beiden Unternehmen nach. Experten bezweifelten, dass der Unternehmenswert durch eine derartige Transaktion gesteigert werden könne. Das Einsparpotenzial sei relativ gering. Es bestehe sogar die Möglichkeit, dass der neue Gesamtkonzern niedriger bewertet werde als die Summe seiner Teile. US-Investoren seien nicht daran interessiert, sich durch die Fusion ein europäisches Unternehmen mit vergleichsweise schwachem Wachstum ins Portfolio zu holen. Telekom und T-Mobile kommen auf eine zusammengerechnete Marktkapitalisierung von 326 Milliarden Dollar. Der Börsenwert von SpaceX liegt bei rund zwei Billionen Dollar.
Dem aktuellen "Handelsblatt"-Bericht zufolge treibt Höttges die Fusionsbemühungen als Reaktion auf den Börsengang von SpaceX voran. Starlink, die Satelliten-Tochter des Weltraumkonzerns, gilt als wachsende Konkurrenz für klassische Telekommunikationskonzerne. Der "Financial Times" zufolge plant das Unternehmen des Milliardärs Elon Musk in den USA einen eigenen Mobilfunkdienst für Privatkunden. Starlink hatte entsprechende Frequenzen erworben. Die Europäische Union (EU) will einen Großteil des Spektrums für heimische Satelliten-Betreiber reservieren.